Das sind wir

Wer wir sind

Wir sind eine freie Gemeinde in der Grafschaft Bentheim mit circa 1000 Gemeindemitgliedern. Unsere Gemeindeglieder wohnen im Bereich zwischen Hestrup und Bookholt, Denekamp und Lingen und darüber hinaus.

Eine Kirchengemeinde lebt von der Zuwendung ihres Herrn. Jesus Christus sammelt, schützt und erhält seine Kirche auf Erden. Jede Gemeinde ist Teil dieser weltweiten Kirche. Gemeindeglieder tragen Verantwortung füreinander und für die Aufgaben, die der Kirche gegeben sind.

Evangelisch-altreformierte Kirche

Die Gemeinde ist Teil der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen. Zu dieser Kirche gehören acht Gemeinden in der Grafschaft Bentheim, fünf Gemeinden in Ostfriesland und die Niederländisch-reformierte Gemeinde Wuppertal.

In Gemeinschaft mit anderen

Die Gemeinde sucht und pflegt die Zusammenarbeit mit den anderen Kirchengemeinden vor Ort. Sie arbeitet mit in der Ökumenischen Bildungs-, Besinnungs- und Begegnungsstätte Kloster Frenswegen und in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Nordhorn, in der die römisch-katholischen, evangelisch-freikirchlichen, evangelisch-lutherischen, evangelisch-reformierten und evangelisch-altreformierten Kirchengemeinden Nordhorns zusammenarbeiten. Außerdem ist sie Mitglied des Reformierten Bundes.

Die Gemeinde beteiligt sich an den ökumenischen Gottesdiensten, die am Reformationstag, am Buß- und Bettag, anlässlich der „Woche der Brüderlichkeit“ und auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Grafschaft Bentheim gefeiert werden. Mit der evangelisch-reformierten Gemeinde feiern wir regelmäßig gemeinsame Gottesdienste und Kanzeltausch-Gottesdienste.

Auf das Wort Gottes bezogen

Unsere Gottesdienste sind schlicht gestaltet. Im Mittelpunkt steht das Evangelium Gottes. Die Gottesdienstordnung hat eine dialogische Grundstruktur: Gott spricht uns an durch sein Wort, wir antworten auf Gottes Wort – mit Liedern und Gebeten, mit Gaben, die wir mit anderen teilen, mit dem Leben, in dem weitergeht, was im Gottesdienst geschieht.

Die Schlichtheit der Gottesdienste soll dazu beitragen, dass nicht der Eindruck entsteht, Menschen müssten mit dem, was sie tun, Gott beeindrucken.

Taufe und Abendmahl

Die von Jesus Christus selbst eingesetzten Sakramente Taufe und Abendmahl werden als Verkündigungshandlung verstanden, als Zeichen und Siegel der Verheißungen Gottes. Taufen werden im Sonntagsgottesdienst gefeiert; die Gemeinde, in der ein Kind getauft wird, ist Taufzeugin und Taufpatin. Das Abendmahl feiern wir an kirchlichen Festtagen und an mehreren Sonntagen im Jahr – Gäste sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Psalmen und Lieder

Psalmengesang ist ein Zeichen der Verbundenheit mit Israel. Die Gemeinde, die auf Gottes Wort hört, antwortet mit dem gesungenen Wort Gottes. Neben den 150 Psalmen wird auch das reiche Liedgut des Evangelischen Gesangbuchs dankbar genutzt.

Kirche und Gemeindezentrum

Die Versammlungsräume der Gemeinde befinden sich in der Innenstadt, an der Paul-Gerhardt-Straße. Kirche und Gemeindezentrum bilden ein Gebäude. Auffällig ist das lange, geschwungene Dach mit einem Kreuz über der Eingangstür – der Architekt Gerhard Blömers aus Gildehaus ließ sich dafür von der Zeltdachkonstruktion des Münchner Olympiastadions anregen.

Die Kirche ist schlicht gestaltet. Der Blick der Gottesdienst feiernden Gemeinde richtet sich auf das Kreuz an der Stirnwand, auf die Kanzel und das davor stehende Lesepult, von dem aus eine Älteste oder ein Ältester die Schriftlesungen vorträgt. Daneben stehen der Abendmahlstisch und das Taufbecken. Die schlichte Raumgestaltung hat mit dem angestrebten Gehorsam gegenüber dem zweiten Gebot zu tun, nach dem sich Gott in seinem Wort offenbart.

Kirche und Gemeindezentrum wurden am 10. Mai 1970 in Gebrauch genommen. Neben dem Gottesdienstraum mit ca. 450 Sitzplätzen gehören zehn Räume und eine Küche zum Gemeindezentrum. Die Holzwand zwischen Gottesdienstraum und Gemeindesaal kann geöffnet werden – etwa, wenn die Gemeinde nach dem Vormittagsgottesdienst zum Kaffeetrinken eingeladen ist. Dann stehen mehr als 800 Sitzplätze zur Verfügung.

So gleicht das Gemeindezentrum manchmal einem Lehrhaus, in dem gehört und gelernt wird, was Jesus gelehrt hat; dann einem Spielplatz, an dem Menschen zum Singen und Spielen versammelt sind, dann einem Festsaal, dann einem Raum der Trauer und der Stille, dann einer Werkstatt, in der Menschen Aktionen planen zum dankbaren, freien Dienst an Gottes Schöpfung.

Das Turmmosaik

Rätsel gibt manchem Betrachter das Betonmosaik über der Eingangstür auf, gestaltet vom Gildehauser Maler Friedrich Hartmann. Dreiecke, Quadrate, Rauten und Kreise, mit hellerem oder dunklerem Glas geschlossen, ziehen sich bis zum Turm hinauf. Unten, gleich über der Tür, liegen dunkle Formen wahllos durcheinander – sie stehen für den Menschen, der noch ohne innere Ordnung lebt. Darüber, schon heller, erkennt man den Hügel Golgatha mit drei Kreuzen, links die zwölf Jünger, rechts die ersten Gemeinden. Die „Jakobsleiter“ führt hinauf zu einer Taube: der Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Verglasung wird nach oben immer heller. Gekrönt wird alles vom weithin sichtbaren Betonkreuz.

In der dunklen Jahreszeit wird das ganze Ornament von innen angestrahlt.

Die Stirnwand

Auch die Stirnwand des Kirchenraumes stammt von Friedrich Hartmann. Sie besteht aus dunkel und hell gebeizten Eichenholzplatten, die zur Mitte hin immer heller werden und schließlich wie züngelnde Flammen aussehen – nach Matthäus 4,16: „Das Volk, das im Finstern saß, hat ein großes Licht gesehen.“ So bilden Mosaik und Innenwand eine Einheit: Sie unterstreichen die Wortverkündigung in Beton, Glas und Farbe.

Aus unserer Geschichte

Die evangelisch-altreformierten Gemeinden sind fast alle im 19. Jahrhundert entstanden. Die Gemeinde Nordhorn ist eine Folge der Gründung altreformierter Gemeinden an anderen Orten. Ihre Entwicklung hat viel mit dem schnellen Wachstum der Stadt durch die Textilindustrie und dem Zuzug vieler Gemeindeglieder aus anderen Gemeinden zu tun.

  • 1909Eine kleine Kapelle entsteht an der Kirchstraße/Ecke Ludwigstraße. Die Gemeinde gehört noch zu Veldhausen.
  • 1911Am 22. November wird eine selbstständige Gemeinde mit 59 bekennenden und 9 getauften Gemeindegliedern instituiert.
  • 1949Die erweiterte Kirche wird in Gebrauch genommen.
  • 1958Ein neues Jugendheim wird fertiggestellt.
  • 1968Verkauf der alten Kirche und des Jugendheims; die Gottesdienste finden vorläufig in der Aula des Gymnasiums statt.
  • 1969Die Gemeinde Brandlecht schließt sich der Gemeinde Nordhorn an.
  • 1970Am 10. Mai wird das neue Gemeindezentrum an der Paul-Gerhardt-Straße in Gebrauch genommen.
  • 2002Renovierung des Gemeindezentrums. Mit 1057 Gemeindegliedern erreicht die Gemeinde ihren bisher höchsten Mitgliederstand.